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Legionellen im Trinkwasser: So schützen Sie Ihr Zuhause

26. Oktober 2026

Legionellen im Trinkwasser können vor allem dann zum Problem werden, wenn sich die Bakterien in Warmwasseranlagen vermehren. Für gesunde Menschen besteht beim Trinken von belastetem Wasser in der Regel keine besondere Gefahr. Kritisch kann es werden, wenn legionellenhaltiges Wasser als feiner Nebel eingeatmet wird, etwa beim Duschen.

Ob eine Untersuchung auf Legionellen vorgeschrieben ist, hängt unter anderem von der Größe und Nutzung des Gebäudes sowie der Warmwasseranlage ab. Auch die Temperatur des Warmwassers spielt für die Vermehrung der Bakterien eine wichtige Rolle.
 

Was sind Legionellen und wie gelangen sie ins Trinkwasser?

Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in Gewässern und damit auch in geringen Mengen im Wasser vorkommen können. Unter bestimmten Bedingungen können sie sich jedoch in Trinkwasserinstallationen stark vermehren. Besonders günstige Bedingungen finden Legionellen in lauwarmem Wasser. Steht Wasser über längere Zeit in Leitungen oder wird das Warmwasser nicht ausreichend erwärmt, können sich die Bakterien vermehren.
 

Für eine Infektion ist vor allem das Einatmen kleinster Wassertröpfchen relevant. Solche Aerosole entstehen beispielsweise beim Duschen, beim Baden mit sprudelnden Armaturen oder an anderen Stellen, an denen Wasser fein verteilt wird. Das Risiko betrifft deshalb nicht jede Nutzung von Trinkwasser gleichermaßen. Das Trinken von Wasser gilt nicht als typischer Übertragungsweg für eine Legionelleninfektion.
 

Warum sich Legionellen in Warmwasseranlagen vermehren können

Die Temperatur des Wassers hat großen Einfluss auf das Wachstum der Bakterien. Besonders kritisch sind Temperaturbereiche, in denen das Wasser weder ausreichend kalt noch ausreichend heiß ist. Auch stagnierendes Wasser kann die hygienische Situation verschlechtern. Wird beispielsweise eine Wohnung längere Zeit nicht genutzt, steht das Wasser in den Leitungen über einen längeren Zeitraum. In größeren Gebäuden können zusätzlich lange Leitungswege und wenig genutzte Entnahmestellen eine Rolle spielen.
 

Warum die Warmwassertemperatur eine Rolle spielt

Bei zentralen Warmwasseranlagen wird das Wasser auf einer Temperatur gehalten, die das Wachstum von Legionellen begrenzen soll. Entscheidend ist dabei nicht nur die Temperatur direkt am Speicher. Auch die Zirkulation und die Temperaturen im gesamten Leitungssystem müssen betrachtet werden. Eine fachgerecht geplante und betriebene Warmwasserinstallation trägt deshalb wesentlich dazu bei, das Risiko einer Vermehrung zu reduzieren.
 

Legionellenprüfung Pflicht: Wann muss geprüft werden?

Eine gesetzliche Untersuchungspflicht besteht nicht für jedes Einfamilienhaus. Die Trinkwasserverordnung knüpft die Pflicht an bestimmte Voraussetzungen. Nach § 31 Trinkwasserverordnung gilt die Untersuchungspflicht für bestimmte Gebäude mit gewerblicher oder öffentlicher Tätigkeit, wenn eine entsprechende Anlage zur Trinkwassererwärmung vorhanden ist, Duschen oder andere Einrichtungen mit Vernebelung des Trinkwassers genutzt werden und es sich nicht um ein Ein- oder Zweifamilienhaus handelt.
 

Bei der Warmwasseranlage kommt es auf deren Größe an. Eine Untersuchungspflicht besteht unter anderem bei einem Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit mehr als 400 Litern Inhalt. Sie kann außerdem bestehen, wenn zwischen Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle mehr als 3 Liter Wasser in mindestens einer Trinkwasserleitung stehen können. Das Volumen der Zirkulationsleitung wird dabei nicht berücksichtigt.
 

Wie häufig muss die Legionellenprüfung stattfinden?

Bei Gebäudewasserversorgungsanlagen gelten unterschiedliche Untersuchungsintervalle:

  • Wird das Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen, nicht aber einer öffentlichen Tätigkeit abgegeben, ist die Untersuchung grundsätzlich mindestens alle drei Jahre vorgeschrieben.
  • Bei öffentlichen Tätigkeiten gilt grundsätzlich ein jährliches Untersuchungsintervall. Das Gesundheitsamt kann unter bestimmten Voraussetzungen ein längeres Intervall festlegen. Für Einrichtungen mit besonders gefährdeten Personen gelten diese Erleichterungen nicht.
  • Bei einer neu in Betrieb genommenen Anlage muss die erste Untersuchung innerhalb von drei bis zwölf Monaten nach der Inbetriebnahme durchgeführt werden.
  • Für ein typisches selbst genutztes Einfamilienhaus besteht diese Untersuchungspflicht nach den genannten Voraussetzungen nicht. Eine freiwillige Untersuchung kann trotzdem sinnvoll sein, wenn beispielsweise Auffälligkeiten an der Warmwasseranlage bestehen oder ein Gebäude längere Zeit nicht genutzt wurde.
     

So läuft eine Legionellenprüfung ab

Eine vorgeschriebene Untersuchung darf nicht einfach mit einem beliebigen Test aus dem Handel durchgeführt werden. Die Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass die erforderlichen Untersuchungen einschließlich der Probennahme durch zugelassene Untersuchungsstellen durchgeführt werden.

Bei einer systemischen Untersuchung werden mehrere repräsentative Probennahmestellen berücksichtigt. Dazu gehören je nach Anlage unter anderem Bereiche der Warmwasserbereitung und ausgewählte Entnahmestellen. Die Trinkwasserverordnung verlangt für Legionellenuntersuchungen mehrere geeignete Probennahmestellen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Die Proben werden anschließend im Labor auf Legionella spec. untersucht. Entscheidend ist dabei nicht nur die Frage, ob einzelne Bakterien nachweisbar sind. Für die Bewertung gilt ein technischer Maßnahmenwert von 100 koloniebildenden Einheiten pro 100 Milliliter, kurz KBE/100 ml.
 

Was bedeutet ein erhöhter Legionellenwert?

Wird der technische Maßnahmenwert erreicht, muss der Betreiber der betroffenen Wasserversorgungsanlage handeln. Die zugelassene Untersuchungsstelle muss das Ergebnis unverzüglich an das zuständige Gesundheitsamt melden. Für den Betreiber endet die Angelegenheit damit nicht. Die Trinkwasserverordnung sieht unter anderem eine Untersuchung der Ursachen vor. Dazu gehören eine Ortsbesichtigung und die Prüfung, ob die Trinkwasserinstallation den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht. Außerdem ist eine schriftliche Risikoabschätzung vorgesehen.
 

Welche Maßnahmen anschließend notwendig sind, hängt von der Ursache und dem Ausmaß der Belastung ab. Mögliche Schwachstellen können beispielsweise eine ungünstige Temperaturführung, Probleme mit der Zirkulation oder nicht bestimmungsgemäß genutzte Leitungsabschnitte sein.
 

Legionellenprüfung Kosten: Wovon hängt der Preis ab?

Die Kosten lassen sich nicht mit einem einheitlichen Betrag angeben. Der Preis hängt unter anderem von der Größe der Anlage und der Anzahl der erforderlichen Probenahmestellen ab. Bei einem größeren Mehrfamilienhaus können beispielsweise mehr Proben und damit ein höherer Untersuchungsaufwand notwendig sein als bei einer kleineren Anlage. Auch die Zugänglichkeit der Entnahmestellen kann den Aufwand beeinflussen.

 

Hinzu kommt, dass bei einer fachgerechten Untersuchung nicht nur die Laboranalyse betrachtet werden sollte. Die vorgeschriebene Untersuchung umfasst auch die sachgerechte Probennahme. Nach der Trinkwasserverordnung muss sich der Untersuchungsauftrag deshalb auch auf die Probennahme erstrecken. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb darauf achten, welche Leistungen im Preis enthalten sind. Ein besonders günstiger Laborpreis sagt wenig aus, wenn weitere Kosten für die fachgerechte Probennahme hinzukommen.
 

Was können Sie gegen Legionellen im Trinkwasser tun?

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die fachgerechte Planung und der ordnungsgemäße Betrieb der Warmwasseranlage. Die Trinkwasserinstallation sollte so ausgelegt sein, dass unnötige Stagnation vermieden wird und die Warmwasserbereitung sowie die Zirkulation zuverlässig funktionieren. Auch selten genutzte Entnahmestellen sollten nicht dauerhaft ungenutzt bleiben. Wird eine Wohnung oder ein Gebäudeteil über längere Zeit nicht genutzt, kann die Trinkwasserinstallation hygienisch anders zu bewerten sein als bei einem regelmäßig genutzten Gebäude. Bei bestehenden Anlagen lohnt sich außerdem ein Blick auf die Warmwasserbereitung. Veränderungen an der Anlage, Probleme mit der Zirkulation oder dauerhaft niedrige Warmwassertemperaturen sollten fachlich geprüft werden, statt die Einstellungen eigenständig zu verändern.
 

Warmwasseranlage regelmäßig kontrollieren lassen

Eine regelmäßige Wartung der Heizungs- und Warmwassertechnik kann dazu beitragen, technische Probleme frühzeitig zu erkennen. Dabei lässt sich auch prüfen, ob die Anlage entsprechend ihrer vorgesehenen Betriebsweise arbeitet. Gerade bei älteren Warmwasseranlagen kann eine fachliche Überprüfung sinnvoll sein. Das gilt auch dann, wenn ein Gebäude umgebaut, erweitert oder die Nutzung verändert wurde.
 

Warmwasser und Trinkwassertechnik vom Fachbetrieb

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